Effie-Affäre: Astra-Gold geht nur an Philipp und Keuntje - GWA hat fehlerhaft gehandelt
In Sachen Effie-Affäre liegt nun -das mit Spannung erwartete juristische Gutachten der Kanzlei Oppenhoff & Partner vor - es ist als Zusammenfassung veröffentlicht worden. Zeit für eine erste Bilanz und die Fakten:
1. Astra-Gold-Effie geht einzig an Philipp und Keuntje Es gibt nur ein Effie-Gold für die Astra-Kampagne und das geht einzig und allein an die Hamburger Agentur Philipp und Keuntje. Die nachträgliche Vergabe des Gold-Effies für die Astra-Kampagne an Jung von Matt war in jeder Hinsicht unwirksam.
2. Interessenskonflikt von Thomas Strerath Mehr als unglücklich war der Einsatz von Thomas Strerath - im Gutachten heißt dazu: "Bei der Behandlung des fehlerhaften Astra-Cases in Person von Hr. Strerath bestand ein Interessenkonflikt wegen seiner doppelten Rolle als Jury-Präsident des GWA einerseits und Vorstand der Agentur Jung von Matt andererseits, und zwar völlig unabhängig davon, ob Hr. Strerath sich tatsächlich von fremden Interessen leiten ließ. Insofern wäre es geboten gewesen, dass nicht er die Behandlung dieses Falles übernimmt. Dies haben weder Hr. Strerath noch Hr. Faecks berücksichtigt."
Das Gutachten wurde von Dr. Jürgen Hartung und Dr. Günter Seulen, beide Partner im Kölner Oppenhoff-Office, erstellt und ist dem GWA-Vorstand am 23. März 2016 zugegangen.
Wie man es auch dreht und wendet, im großen und ganzen lag Frank-Michael Schmidt, Chef deim GWA-Mitglied Scholz & Friends, richtig mit seinem "offenen Brief", der diese Effie-Affäre auslöste. Das entscheidungsbefugte Organ in Sachen Effie ist die Jury - nur die hätte eine Korrektur vornehmen dürfen (heißt es klar und unmissverständlich im Oppenhoff-Gutachten).
Die fehlerhafte Vergabe des Gold-Effie an Jung von Matt geht laut Gutachten auf Aktivitäten der GWA-Geschäftsstelle zurück, nachdem sie über die "Nachnominierung" von Thomas Strerath informiert worden war. Eine darüber "hinausgehende rechtliche Bewertung der Vorgehensweise von Hr. Strerath bei der vermeintlichen Lösung des Sachverhalts nach der Jury-Sitzung
ist uns wegen der wahrscheinlich vielschichtigen Motivlage und den gegebenenfalls auf verschiedenen Seiten vorhandenen Irrtümern über Wirksamkeit und Umfang der getroffenen Lösung nicht zuverlässig möglich."
Weitere Folgen aus der Effie-Affäre sind derzeit nicht absehbar. GWA-Präsident Wolf-Ingomar Faecks gesteht in einer persönlichen Mail an die GWA-Mitglieder und auisgewählte Presse-Vertreter ein, dass seitens GWA - ihn eingeschlossen - Fehler gemacht wurden. In dieser Mail entschuldigt er sich für die Fehl-Einschätzungen.
Faecks stellt sich seiner Verantwortung und bietet den GWA-Mitgliedern an, "auf einer noch zu terminierenden außerordentlichen Mitgliederversammlung die Vertrauensfrage zu stellen und dabei mich und mein Präsidentschaftsamt zur Abstimmung zu stellen".



