Kunstfotografie: Piktorialismus-Portal online
Mit der Präsentation des Piktorialismus-Portals, einem Online-Katalog mit über 2.300 Objekten, wird einer der wichtigsten und kostbarsten Sammlungsbestände der Kunstbibliothek öffentlich.
Gleichzeitig ermöglicht das Portal erstmals umfangreiche, individuelle Recherchen zur Bild-, Publikations- und Ausstellungsgeschichte der Kunstfotografie um 1900. Hervorgegangen ist das Piktorialismus-Portal aus einem 16-monatigen Forschungsprojekt der Kunstbibliothek - Staatliche Museen zu Berlin, das auf die wissenschaftliche Bearbeitung der eigenen Bestände zur Kunstfotografie um 1900 zielte.
Im Zentrum des Projektes stand die Sammlung von Ernst Juhl (1850-1915), einem der wichtigsten Wegbereiter des Piktorialismus in Deutschland. Die Sammlung Juhl, die nun konservatorisch und wissenschaftlich erschlossen wurde, bildet zusammen mit der Sammlung Fritz Matthies-Masuren den Kernbestand der Kunstfotografie um 1900 in der Kunstbibliothek. Über die beiden Nachlässe hinaus gibt es zahlreiche weitere Einzelblätter, Akzidenzdrucke, Alben und Werkgruppen, die dem Piktorialismus zugerechnet werden können. Insgesamt sind nun 680 piktorialistische Arbeiten aus der Kunstbibliothek online recherchierbar, wovon 162 Arbeiten der Sammlung Juhl und 141 Arbeiten der Sammlung Matthies-Masuren zugehörig sind.
Die Erschließung des Forschungsarchivs des renommierten Berliner Fotohistorikers Enno Kaufhold zum Piktorialismus hat es zudem ermöglicht, die Bestände der Kunstbibliothek mit den im deutschsprachigen Raum publizierten und ausgestellten Kunstfotografien um 1900 zu kontextualisieren und die Datenbank um rund 1.700 Objekte und Hinweise auf knapp 300 Zeitschriften, Monografien und Ausstellungskataloge sowie 70 Ausstellungen zu ergänzen.
Über verschiedene Suchfunktionen bietet das Portal die Möglichkeit für individuelle Recherchen zur Kunstfotografie um 1900. Zudem werden aktuelle Forschungsergebnisse veröffentlicht, die auf dem Symposium „Inspirationen - Interaktionen: Kunstfotografie um 1900 neu betrachtet“ vom 21. bis 23. November 2013 im Museum für Fotografie in Berlin präsentiert wurden.
Ermöglicht wurde das Forschungsprojekt durch die Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.






