Fotograf Will McBride gestorben
Der amerikanische Fotograf und Wahlberliner Will McBride, 84, ist tot. McBride wuchs in Chicago auf und studierte Malerei, Kunstgeschichte und Illustration. 1953 führte ihn sein Militärdienst nach Deutschland. Er blieb und studierte Philologie in Berlin, eine Stadt, die ihn in eine „fiebernde Spannung“ versetze und bis an sein Lebensende inspirierte.
Ab 1959 arbeitete McBride als freischaffender Fotograf. Er war ein Reportagefotograf von Weltruf, arbeitete für Illustrierte wie Twen, Quick, Brigitte, Eltern, Geo, Stern, Life, Look, Playboy, Jasmin und Paris Match. Er hielt historische Momente wie John F. Kennedy, Willy Brandt und Konrad Adenauer vor dem Brandenburger Tor fest. 1965 gründete er in München ein eigenes Fotostudio, in dem er hauptsächlich für die Werbebranche arbeitete.
Nach Stationen in Frankfurt und der Toscana lebte McBride ab 1998 als freischaffender Künstler in Berlin, wo er nach eigenen Aussagen zwar noch täglich fotografierte, die Bilder jedoch ausschließlich als Material für die Malerei nutzte.
Die Berliner C/O-Galerie hatte erst im Herbst 2014 zum Neustart im Amerika Haus eine Ausstellung mit McBrides Bildern aus der Nachkriegszeit gezeigt. Damit schloss sich für den Künstler ein Kreis: Er war 1957 der erste Fotograf, dessen Werke im Amerika Haus präsentiert wurden.



