Cannes Lions bald an der Börse?

Die Cannes Lions bzw. die Company dahinter könnte bald an der Börse in London notiert sein. Das bringen einige britische Fachmedien zum Ausdruck. In der Tat ist in den vergangenen zwei Monaten einiges beim Cannes-Lions-Eigner passiert. So hat sich die Top Rights Group, der neben dem Cannes Festivals noch andere Assets im Bereich Medien gehören, in Ascential Group umbenannt.

Am 4. Januar 2016 wurde dann die Gründung der Trident Floatco verkündet, die wiederum in Ascential plc umfirmierte. In diesen Manövern sehen einige Experten die Vorbereitungen für eine spätere Börsen-Notierung. Hinter der Ascential Group stehen derzeit zwei Eigner, die Investoren-Company Apax Partners und die Guardian Media Group, die unter anderem die renommierte Tageszeitung THE GUARDIAN publiziert. Beiden wird seit längerem nachgesagt, dass sie sich von diesem Geschäftsbereich trennen wollen. Gerüchten zufolge soll es einige Gespräche mit Investment-Companies gegeben haben.

Nachdem die Guardian Media Group (GMG) im vergangenen Jahr sehr gute Erfahrungen mit einem Börsengang machte (GMG konnte 80 Prozent ihrer Tochter Auto Trader zu sehr guten Kursen "versilbern"), rückt das Thema Börsengang für die Ascential Group offenbar stärker in den Vordergrund.

Die Ascential Group glänzte 2014 mit exzellenten Zahlen. Bei einem Umsatz von 313 Millionen Pfund (ca. 415 Millionen Euro) erzielte Ascential einen Gewinn von 85,3 Mio. Pfund (ca. 113,5 Mio. Euro) von Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA). Damit liegt die operative Rendite bei über 25 Prozent. Wichtiger Gewinn-Bringer ist dabei das Cannes Lions Festival, das 2014 beachtliche 55,2 Mio. Pfund an Gewinn einspielte. Ein Börsengang könnte daher locker eine Milliarde Pfund einbringen, denn das sogenannte 12-fache des EBITA von 85,3 Mio. Pfund. Damit würden Apax und GMG ihren Einsatz zurückbekommen. Beide kauften 2008 (vor der Lehmann-Brothers-Krise) die Ascential-Vorgänger-Company Emap für 1,1 Milliarden Pfund.