Filmproduktion steckt in Corona-Krise: Einigung auf Kurzarbeits-Tarifvertrag

Die Corona-Krise wirkt sich inzwischen erheblich auf die Film- und Fernsehproduktion in Deutschland aus. Das hatte Gespräche zwischen der Produzenten-Allianz auf Arbeitgeber-Seite, der Dienstleistungs-Gewerkschaft ver.di sowie dem Bundesverband Schauspiel Bühne, Film, Fernsehen, Sprache (BFFS) noitwendig gemacht. Bei den sehr kurzfristig angesetzten - natürlich virtuell abgehaltene – Tarif-Verhandlungen über einen branchen-bezogenen Kurzarbeits-Tarifvertrag für Filmproduktionen und Filmproduktions-Unternehmen war erfolgreich.

Somit ist erstmals die Anordnung von Kurzarbeit sowie die Aufstockung des Kurzarbeitsgeldes auf die Tarifgage für auf Produktionsdauer beschäftigte Filmschaffende tariflich geregelt. 

"Angesichts einer beispiellosen, existenziellen Krise der Film- und Fernsehwirtschaft in unserem Land, ist die konstruktive Einigung der Tarifpartner, vor allem innerhalb eines so kurzen Zeitraumes, bemerkenswert. Wir möchten daher ausdrücklich die konstruktive und zügige Zusammenarbeit mit unseren Sozialpartnern ver.di und dem BFFS loben. Mit Blick auf die akute Krisenlage wurde hier mit großem Engagement an einer Lösung gearbeitet und einmal mehr Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt – gerade auch in extrem schwierigen Zeiten. Das schafft Vertrauen und Verlässlichkeit auch für künftige Tarifabschlüsse", so Alexander Thies, Vorstandvorsitzender der Produzenten-Allianz.

Im Kurzarbeits-Tarifvertrag wurden die nachfolgenden zentralen Übereinkünfte getroffen:

  • Der Tarifvertrag gilt ergänzend zum bestehenden Manteltarifvertrag
  • Der Tarifvertrag regelt die Möglichkeit der Beantragung von Kurzarbeitergeld bei Produktionsunterbrechungen und Abbruch
  • Der Tarifvertrag gibt Beschäftigungssicherheit während der Dauer der angeordneten Kurzarbeit
  • Der Tarifvertrag beinhaltet eine Regelung zur Fortsetzung der Zusammenarbeit nach Beendigung der Kurzarbeit
  • Der Tarifvertrag umfasst eine Aufstockung auf 100 Prozent der Tarifgage (nicht der tatsächlichen Gage) bei Stabmitgliedern, und 90 Prozent bei Schauspieler*innen
  • Der Tarifvertrag kann rückwirkend auf den 1.3.2020 auf bereits vereinbarte Kurzarbeit Anwendung finden
  • Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 31.12.2020, Kündigungsmöglichkeit zum 30.6.2020 für beide Seiten mit 2 Wochen Frist möglich
(ssp) 24.03.2020