Fernsehauftritt von Porsche mit Tennisstar unter Regie von Markus Roche

In dem neuen Online-Spot, der heute (16. Januar 2015) gelauncht wird, für Porsche inszeniert Regisseur Markus Roche nicht nur das Auto sondern auch die Tennisspielerin Maria Sharapova. Die Produktion des Spots lag bei Maverick NYC.

 

Der freiberufliche Werbe-Regisseur hat bereits Clips für andere Autohersteller wie VW, Hyundai oder auch Lamborghini gedreht. In einem Gespräch mit der Red Box-Redaktion äußert er sich zu Herausforderungen bei Drehs mit Autos und zum Werbefilm für Porsche.

 

 

 

Red Box: Im Bereich Automobile-Spots haben Sie einige Erfahrung sammeln können. Was ist Ihnen bei einem TV-Spot in diesem Bereich wichtig?

Markus Roche: Mir persönlich ist bei einem Spot die kreative Stringenz am wichtigsten. Man sollte sich entscheiden, ob der Spot cineastisch, humorvoll oder informativ sein soll. Viele Kunden und Agenturen haben leider nicht den Mut konsequent zu sein. Nur zu oft wünscht man sich die "Eierlegende-Wollmilchsau" und in dem Moment wird es sehr schnell ein durchschnittlicher Spot.

RB: Welche weiteren Anforderungen werden von Agenturseite oder auch Kundenseite an Sie gestellt?
MR: Ich denke, die größte Heraus- bzw. Anforderung ist es, die Wünsche des Kunden und die der Agentur unter einen Hut zu bringen. Der Kunde will sehr häufig jedes Knöpfchen an seinem Auto sehen, die Agentur dagegen eine charmante oder zumindest authentische Idee realisieren. So sind in meinen Augen die besten Werbespots pure Goldideen für Festivals und die meisten TV Spots, die man zu sehen bekommt, eher die "Vorstufe zu Gold".

RB: Welche Herausforderungen bringt die Regie von Werbefilmen für Automarken mit sich?
MR: Es gibt diverse Herausforderungen. Autos fahren in der Regel im Freien, also ist man extrem wetterabhängig, noch dazu muss fast immer den öffentlichen Straßenverkehr komplett sperren, was ein logistischer und bürokratischer Alptraum ist. Außerdem stehen viele der Fahrzeuge noch unter strengster Geheimhaltung und oft kümmern sich eigens vom Kunden abgestellte Expertenteams um Paparazzi und neugierige Touristen. Diese Sicherheitsspezialisten stehen dann auch gerne mal wie die "Men in Black" mit Sonnenbrillen und schwarzen Anzügen am Set herum und beobachten mit ihren Feldstechern eifrig die Umgebung. Das ist an sich sehr sinnvoll, aber sobald die "Agenten" einen "Spion" entdecken, wird der Dreh auch gern mal auf unbestimmte Zeit abgebrochen und der Erlkönig in Sicherheit gebracht. Da sieht man dann nicht selten die Schweißperlen auf der Stirn des Producers.

Markus Roche hat für Porsche einen Clip mit Maria Sharapova gedreht © Markus Roche

RB: Sie sagten viele Kunden haben oft nicht den Mut konsequent zu sein. Wie lief der kürzlich gedrehte Spot mit Tennisspielerin Maria Sharapova für Porsche?
MR: Der aktuelle Sharapova-Spot war für mich tatsächlich der absolute Idealfall: direkter Kundenkontakt, kaum Auflagen, keine Agentur, keine verkopften Konzepte oder Knöpfchen-Features. Nur die Bitte in relativ kurzer Zeit einen schönen Film mit einem Weltstar zu produzieren, der höchstens vier Stunden Zeit hat. In kürzester Zeit von Stuttgart über Berlin, New York und Los Angeles ein Team zusammenzustellen und in der amerikanischen Holiday-Season kurz vor Weihnachten einen Dreh zu organisieren war faszinierend und spannend zugleich.

RB: Welche Besonderheiten gab es bei dem Dreh für Porsche?
MR: Neben den logistischen Herausforderungen hatte uns meines Erachtens auch der Filmgott auf dem Kieker. Es gab den angeblich schlimmsten Regen seit zehn Jahren  in Los Angeles, der zwei Meilen des Pacific Coast Highway durch eine Landlawine dem Erdboden gleichgemacht hat inklusive unserer Location. Dann bot man uns ein paar Meter Highway in der Nähe eines Strandes an, als Ersatzlocation, um das vollzählige Team am nächsten Morgen dann doch des Platzes zu verweisen.

RB: Und wie haben Sie das schlussendlich gelöst?
MR: Nur Dank äußerst kooperativer Polizei-Beamter konnten wir an diesem Tag drehen. In den Abendstunden stieß dann Maria Sharapova zu uns, die aufgrund des einsetzenden Dauerregens nicht mehr Tennis spielen konnte. So mussten wir im Prinzip das gesamte Konzept on-the-fly umschreiben. Trotzdessen ist dieser Film fast noch außergewöhnlicher geworden, als wir ursprünglich geplant hatten.

Roche in Aktion bei einem Dreh © Markus Roche

Markus Roche hat sich seit 2001 vom Copywriter über den Creative Director hin zum Regisseur entwickelt. Seit 2009 ist er freiberuflicher Werbe-Regisseur mit dem Ziel „wirklich live dabei zu sein“ und „die Idee aus dem Kopf zu bekommen“. Betreut wird er von der Agentur Trinity München. Über sich selbst sagt er, dass er ein Macher und kein Grübler sei.

 

Agentur: Maverick NYC
Regie: Michael Roche
Kamera: Thomas Stokowski
Editor: Daniel Kundrat

 

(vm) 16.01.2015