Copytrack setzt auf faire Bildlizensierung

Das Berliner Portal für Bildlizenzen Copytrack nimmt seine Geschäfte auf. Das rund 20-köpfige Team um den Gründer und Geschäftsführer Marcus Schmitt soll Copyrightbesitzern weltweit zu ihrem Recht verhelfen. Dabei setzt das Portal auf ein Vorgehen, das allen Beteiligten Fairness verspricht und seinen Nutzern zusätzlich neue Geschäftsbeziehungen ermöglichen will. Allein im Startjahr 2016 will das Unternehmen für seine Kunden mehr als eine Million Euro nachträglicher Lizenzzahlungen vermitteln.

Schmitt ist davon überzeugt, dass der von ihm gebotene Service die Zukunft der nachträglichen Bildlizensierung abbildet. Für 2016 erwartet der Unternehmer bereits profitabel zu sein. Das Team soll sich außerdem verdoppeln. Sein Geschäftsmodell richtet sich beispielsweise an Fotografen, Verlage und Bildagenturen.

Über eine Bilderkennungstechnologie durchsucht Copytrack das gesamte Internet nach Weiternutzungen der Bilder seiner Kunden. Da die Suchfunktion vollautomatisiert erfolgt, kann sie dem Nutzer komplett kostenfrei zur Verfügung stehen. Werden widerrechtliche Nutzungen ausgemacht, steht es dem Kunden frei, eine Nachlizensierung weltweit über Copytrack anzustoßen und deren Höhe zu bestimmen. Wenn mittels Copytrack eine Nachlizensierung erfolgt, erhält das Unternehmen 30 Prozent der erzielten Summe und 70 Prozent gehen an den Nutzer. Die reine Suchfunktion ist kostenfrei.

"Fairness ohne Kosten und Risiko sind die wesentlichen Faktoren für den großen Kundenzuspruch, den wir erleben", sagt Schmitt. Denn sofern Missbrauchsfälle bislang überhaupt geklärt wurden, dann mittels scharf formulierter, juristischer Abmahnungsschreiben und mitsamt hohen anwaltlichen Gebühren, was laut Schmitt gleich dreifach ein Problem darstelle: "Erstens kann man im Alleingang oder mit anwaltlicher Hilfe kaum Missbrauchsfälle auftun. Zweitens kann es sich nicht jeder Fotograf leisten, das Kostenrisiko einzugehen und einen Anwalt zu beauftragen. Und drittens machen Unterlassungs- oder Zahlungsaufforderungen von Anwälten oder Inkassounternehmen häufig zukünftige Geschäftsbeziehungen zwischen Bildnutzer und -inhaber von vorneherein unmöglich."  Schließlich erfolge nicht jeder Missbrauch wissentlich oder aus bösem Willen. Wenn die Kunden es jedoch wünschen und anders keine Einigung zu Stande kommt, so übernimmt Copytrack auch das Kostenrisiko und geht in den Ländern vor Gericht, in denen die Rechtssituation ein solches Vorgehen sinnvoll macht. Die Zuversicht zum Erfolg seines Unternehmens nimmt Schmitt nicht nur aus dem Konzept von Copytrack, sondern auch aus der Treffergenauigkeit Software. Diese liegt bei 98 Prozent.