3-Fragen an: Cannes Lions Product Design-Jurypräsidentin Ruth Berktold

In diesem Jahr hat Ruth Berktold, Gründerin und Inhaberin von Yes Architecture in München, bei den Cannes Lions 2017 in der Product Design-Kategorie den Hut auf. Im Gespräch mit dem 'Red Box'-Schwester-Titel 'new business' verrät sie, womit in ihrer Disziplin Löwen gewonnen werden können.

new business: Sie waren bereits vor zwei Jahren Teil der Product Design-Jury. Was können Sie aus dieser Erfahrung heraus den diesjährigen Einreichern raten?

Ruth Berktold: Generell würde ich sagen, dass Agenturen, die Produkte einreichen, eine geeignete Präsentation dafür machen sollten. Oft bekommen wir den gleichen Film wie in anderen Kategorien, müssten aber eigentlich ein Mock-Up bekommen oder eine spezifische Produktbeschreibung.

 

nb: Worauf werden Sie bei Ihrer Jury-Sitzung besonders achten?

Berktold: Ich möchte eine gute, entspannte Atmosphäre zwischen den Juroren erreichen, denn man ist von neun Uhr morgens bis oft spät in die Nacht in Räumen mit Kunstlicht. Am normalen Programm kann man nicht teilnehmen, da sonst die Jury auseinanderfällt.

 

nb: Wie hat Deutschland im Product Design-Bereich in Cannes bisher abgeschnitten?

Berktold: Als ich 2015 Jurorin war, gab es zwei deutsche Einreichungen aus 170 Arbeiten. Wir schauen übrigens nicht auf die Agentur, sondern nur auf das Produkt, und ob das unter Umständen die Welt verändern kann. Wir sind eine drei Jahre junge Kategorie. Ich habe nach meiner Jurytätigkeit auch stark mit an den Kategorien gearbeitet. Ich kann nur sagen, wer nicht einreicht, der nicht gewinnt.

Was Ruth Berktold außerdem über die deutsche Kreation im internationalen Vergleich und Chancen tech-getriebener Cases zu sagen hat, lesen Interessierte in der Print-Ausgabe 24 von 'new business'. Zu Bestellmöglichkeiten geht es hier.

(vr) 13.06.2017