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Diesel, Wall, Nokia und OMD unterstützten ‚Radical Advertising’

Radikal – subversiv – schockierend – rebellisch – mit diesen Attributen belegt das Düsseldorfern NRW-Forum Kultur und Wirtschaft eine Ausstellung, die von der Modemarke Diesel, dem Außenwerber Wall, dem Handy-Hersteller Nokia und der Mediaagentur OMD gesponsert wird.

Dabei handelt es sich nicht um die Werkschau eines jungen Künstlers, sondern um eine Ausstellung, die sich der Werbung und der künstlerischen Auseinandersetzung mit diesem Thema widmet.

© Adbusters

Die Ausstellung ‚Radical Advertising’ zeigt, dass der Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert einen radikalen Paradigmenwechsel in der Werbung markiert. So gab es in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts die No-Logo-Bewegung und das Adbusting. ‚Adbusters’ nennen sich Gruppen, die Werbung verfremden, um so ihren Sinn umzudrehen, lächerlich zu machen oder ihn zu kritisieren.

In den 90ern war es beispielsweise in, gehijackte Logos zu tragen. Außerdem bediente sich die Modeindustrie teilweise bei ihren Werbemaßnahmen der Techniken der Antiwerbung. „Und wird damit zu einem Vorreiter eines radikal gewandelten Werbeverständnisses, das die Angriffe politischer wie künstlerischer Positionen auf die globale Werbung erfolgreich in Kampagnen inkorporiert“, so das NRW-Forum.

Die Ausstellung zeigt die Adbuster-Kampagnen und die kritischen Kunstreflexionen von Künstlern wie Jeff Koons, Damien Hirst, Cindy Sherman und Daniel Buetti ebenso wie die meinungsbildenden Kampagnen von den Modemarken Benetton, Sisley oder Diesel, Calvin Klein oder Comme des Garçons. Vieles, was in den 80er und 90ern in der Werbung zu sehen war, schockierte und löste heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit aus, wie zum Beispiel die Benetton-Kampagne mit Aids-Kranken.

Gleichzeitig thematisiert ‚Radical Advertising’ den Media-Overkill, der uns nur allzu gut bekannt ist. Die Globalisierung führt auch zu einem fundamentalen Wandel im Media-Konsum der Verbraucher: TV, Internet, Mobilfunk und Instant Messaging. Personalisierte Werbung rückt stärker in den Fokus. Die Beziehungen zum Konsumenten wandeln sich vom Passiven zum Aktiven und spiegelt sich in Kommunikationsformen wie Buzz-Marketing, Guerilla- und Ambient-Werbung, Web 2.0 und World-of-Mouth-Marketing wider.

Die Ausstellung baut unter anderem spektakuläre Ambient Media-Auftritte wie zum Beispiel ein zum Hotelzimmer umgebauter MINI (Fußball-WM 2006). Auch hier greifen wieder Künstler subversiv und aggressiv in die Werbewelt ein: Zevs ‚kindnapped’ Werbefiguren aus Plakaten, Tom Sachs installiert in Heimwerkermanier ein McDonald’s Restaurant.

Das Internet und seine Werbeformen kommen ebenfalls nicht zu kurz – weder in der Offline-Ausstellung im NRW-Forum noch im Internet-Auftritt www.radicaladvertising.de. Neben einer Online-Schau gibt es Podcasts, ein Gewinnspiel, Infos zum Comme des Garçon-Guerilla Store sowie ‚Radical Advertising’-Kingelton, gesungen von der Berliner Band Mia.

Vom 5. April bis zum 26. August 2008 ist die Ausstellung in der realen Welt geöffnet. Medienpartner sind ‚Vogue’, ‚Handelsblatt’, ‚WirtschaftsWoche’, MTV und WDR5. (yw)

www.nrw-forum.de

Der amerikanische Modehersteller American Apperal wirbt mit den Fotos seiner Konsumenten
© American Apperal

Schockierende Guerilla-Werbung auf der Straße für Amnesti International
© Katalog

Businesscard für den Comme des Garçons Guerillastore
© NRW-Forum

Selbstironische Werbung von Diesel aus dem Jahr 1995

© Diesel

 




(bmw) 28.03.2008

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