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Kabarettisten-Porträts von Friedhelm Maria Leistner
Leistners überdimensionale Öl-Porträts sind stets nach Fotos gearbeitet, die er selbst aufgenommen hat - auch diese bereits unscharf. Die Unschärfe begründet sich aus Leistners langjähriger Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung. "Objektive fotografische Schärfe ist eine Lüge, ein mediales Konstrukt", sagt Leistner. "Schärfe ist rein subjektive Empfindung, sie entsteht im Kopf und ist höchst individuell." So findet er es äußerst spannend sich mit diesem flüchtigen Moment des Erkennens auseinanderzusetzen. Gezeigt werden in dieser Ausstellung bekannte deutsche Kabarettisten wie Dieter Hildebrand, Georg Schramm oder Volker Pispers. Sie markieren quasi den Zwischenstand eines bereits mehrere Jahre währenden Projektes. Wieso zeigt Leistner gerade Kabarettisten? Er erklärt es so: "Ihre Tätigkeit ist flüchtig, sie haben nie Zeit, sie spielen heute hier, morgen dort, haben aber die stetig wechselnden aktuellen Ereignisse der Zeit stets fest im Blick, sie stehen im Fokus der Öffentlichkeit, des medialen Interesses, welches versucht, sie trotz Ihrer augenscheinlichen Vielseitigkeit auf eine einzige Rolle festzulegen. Sie aber haben Ihrerseits eine ganz eigene Objektivität, Schärfe und Scharfzüngigkeit und das irrwitzige Vermögen, den Fokus auf ebendiese Öffentlichkeit zu legen." Friedhelm Maria Leistner, Jahrgang 1964, lebt und arbeitet in Berlin. Er illustriert für Werbeagenturen und Verlage, zeichnet Storyboards und Layouts. Zur Webseite geht es hier lang: www.der-zeichner.de (mak) • 25.06.2009 |
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