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Kunstmagazin art wirft ein Blick zurück auf Polaroid-Ära
„Sofortbilder sind viel spontaner und direkter", so der österreichische Künstler Erwin Wurm gegenüber art. Wenige Wochen vor seiner aktuellen Ausstellung in Moskau bangt er um die Verfügbarkeit der Polaroid-Filme. Generationen von Kreativen störten sich nicht an der geringen Qualität der Bilder, gemessen an fotografischen Standards. Im Zeitalter fotografischer Manipulation haftet dem Polaroidfoto eine verloren geglaubte Aura der Authentizität an, denn meist entsteht es als Beleg eines flüchtigen Geschehens, dessen Ergebnis man mithilfe von Polaroid sofort überprüfen und gegebenenfalls korrigieren kann. Im Gegensatz zur Digitalkamera jedoch sind Reproduktionen nicht möglich - so bleibt jedes Bild ein Original. Zur Party- und Künstlerkamera wurde das Medium erst 1972, als die Polaroid Corporation Kameras und Filmmaterial an professionelle Fotografen verschenkte, um sie ihnen so schmackhaft zu machen. Die Rechnung ging auf und zahlreiche Künstler wie Gisèle Freund, Helmut Newton, Robert Mapplethorpe und sogar Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Richard Hamilton nutzten die speziellen Eigenschaften von Polaroids. Von Kunstprojekten bis zur Umsetzung erotischer Fantasien von Amateuren wurde die Sofortkamera eingesetzt. Der Bonner Ausstellungsmacher Klaus Honnef meint, Polaroids hätten einen ganz eigenen Charme, den man aus nostalgischen Gründen vermissen werde. Aber das „lässt sich schließlich auch über die Daguerreotypie sagen". (bmw) • 24.06.2008 |
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