Jokatoons: 20 Jahre Illustration und Fotolia-Bestseller Wer nach zwanzig aufregenden Jahren als Comiczeichner und Illustrator noch immer alles ganz genauso wieder machen würde, kann als glücklicher Mensch bezeichnet werden. So dürfen wir uns also Jochen Kauffmann als recht zufrieden vorstellen. Kauffmann zeichnet die Jokatoons - als individuelle Aufträge seit nunmehr zwanzig Jahren, oder seit einem Jahr als Stockillustrationen bei Fotolia und Stockillustrations.com.
Aufgrund des "Dienst"-Jubiläums könnte man auf die Idee kommen, Kauffmanns Arbeit sei nun in ruhigeren Fahrgewässern angekommen - aber weit gefehlt! Im vergangenen Jahr, also quasi dem 20. seiner Schaffenszeit als Cartoonist, gab es einige Veränderungen. Zunächst entschied er sich dafür, Jokatoons als Marke eintragen zu lassen und sich so von anderen Künstlern zu unterscheiden: "Das Ziel der Markenanmeldung war und ist für mich, meine Arbeit als Cartoonist und Illustrator unter einem Oberbegriff zusammen zu fassen und die Qualität und den Stil meiner Arbeiten gegenüber anderen Künstlern abzugrenzen." Diese Art der Professionalisierung ist nicht selbstverständlich für einen Illustrator. Die zweite entscheidende Veränderung war der Entschluss, seine Illustrationen bei der Microstockagentur Fotolia sowie bei dem britischen Anbieter Stockillustrations.com anzubieten. "Ich habe gesehen, dass dort Illustrationen zu einem wirklich günstigen Preis angeboten werden, die von Illustratoren mit individuellen Aufträgen kaum zu toppen sind. Also entschied ich mich dafür, mich dem Wettbewerb zu stellen." Zunächst lud Kauffmann ausgewähltes Archivmaterial hoch, doch mittlerweile produziert er auch einige Illustrationen extra. Sein Portfolio bei Stockillustrations.com ist Rights-managed, bei Fotolia Royalty-free. "Ich war wirklich überrascht über den Erfolg bei Fotolia und ich merke, dass die Verkäufe dort noch weiter zunehmen", so Kauffmann.
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| Jochen Kauffmann alias Joka | Ein Jahr hat es gedauert, bis Kauffmann sein 1.000 Bild über Fotolia verkauft hat, damit hat er den so genannten Silberstatus erreicht. Am beliebtesten sind Zeichnungen, die einfache Charaktere darstellen, also etwa ein Fußballspieler, ein Kfz-Mechaniker oder ein Pizzabäcker. Gut verkaufen sich auch die Weihnachtsmänner und ein kleines Maskottchen. "Die Zeiten haben sich geändert, individuelle Aufträge werden seltener und gefragt sind Aktualität, schnelle und internationale Verfügbarkeit sowie niedrige Preise - gerade auch im künstlerisch-kommerziellen Bereich. Das betrifft Cartoonisten genauso, wie Fotografen, Grafiker und Illustratoren. Das Internet wird auch in diesem Bereich immer mehr das zentrale Vermarktungsmedium. Die Globalisierung macht eben auch vor den Kreativen nicht Halt", resümiert Kauffmann.
Jochen Kauffmann startete sein Berufsleben als Praktikant bei der Stuttgarter Werbeagentur Königsdorf & Kollegen, nach weiteren Comic-Praktika in Südostasien und einem Ausflug in die Wirtschaftswissenschaften gründete der damals 26-Jährige 1990 sein eigenes Atelier. Seitdem entwirft, zeichnet und realisiert er unter dem Kürzel 'Joka' Unternehmens- und Vereinsmaskottchen, Buch- und Werbeillustrationen oder Cartoons für Zeitschriften und Zeitungen. Zwischendurch kreiert er auch Designs für einen bekannten Sportartikelhersteller und realisiert als Grafik-Designer für kleine und mittelständische Betriebe das komplette Corporate Design.
Kauffmann hat sich seine eigene Arbeitsweise erhalten, auch in Zeiten der Digitalisierung: "Meine Cartoons sind alle handgezeichnet und werden erst nach zahlreichen Skizzen und der Reinzeichnung mit Tusche und Feder digitalisiert und vektorisiert, wobei allein dieser Arbeitsgang, je nach Komplexität des Motivs, mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann - ich habe hier einen sehr hohen Qualitätsanspruch."
Trotz Fotolia sind die individuellen Aufträge noch immer am attraktivsten. Gerade abgeschlossen hat Kauffmann alias Joka die Entwicklung eines Maskottchens für den schwäbischen Kinderwagenhersteller und Babyausstatter Princess. Zunächst war von der Agentur Wachters Werbung nur ein Bild angefragt, aber bald darauf war klar, dass noch ein Pendant dazu kommen sollte. Derzeit arbeitet der in Denkendorf bei Stuttgart lebende Künstler an Design und Illustrationen für eine neue Kinderspielmarke des Spiele-Entwicklers Alfred Clark.





(mak) • 23.07.2010 |