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Jim Rakete in der Hamburger Galerie Hilaneh von Kories
Als die Silberfotografie ihrem Ende entgegen sah, entschloss sich Rakete 2007 zu einer gewagten Tour de Force durch die Bundesrepublik, um mit einer betagten Linhof-Plattenkamera, bei natürlichem Licht und elend langen Verschlusszeiten noch einmal die prägenden Personen des Landes zu fotografieren: ungeschminkt, ohne Aufwand, ohne glättendes Photoshop. Daraus entstand der Bildband "1/8 Sekunde – Vertraute Fremde" bei Schirmer/Mosel. Es sind Aufnahmen von Gesichtern, die wir sicher sind zu kennen, weil wir sie jeden Tag im Fernsehen und in Magazinen anschauen. Und doch ist etwas anders durch die Konzentration, die eine Plattenkamera einfordert. Die Achtelsekunde: ein Wimpernschlag der klassischen Fotografie, ein Innehalten, das es in den schnellen Medien nicht mehr geben darf. Hätte man das Projekt mit unbekannten Menschen machen können? - Vermutlich nicht, denn die haben kein öffentliches Bild, an dem man solche Fotos messen könnte. In der Ausstellung sind unter anderem Fotografien von Wim Wenders, Peter Stein, Moritz Bleibtreu, Jenny Holzer, Helmut Schmidt, Christoph Waltz und Natalie Portman zu sehen.
Die Fabrik betreute Acts wie die Nina Hagen Band, Interzone, Spliff, Cosa Rosa, Edo Zanki, Nena und die Ärzte und übersetzte die visuelle Sprache der Szene in die Medien. Ende der Achtziger war diese Mission abgeschlossen. Rakete machte eine Kehrtwende zur Fotografie und erschloss den Backstagebereich von Persönlichkeiten mit der Kamera, eher sensibel als plakativ, und gern in klassischem Schwarzweiß. www.galeriehilanehvonkories.de
(mak) • 10.03.2010 |
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